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Itali Modi Akzentrhythmen in der lateinischen Dichtung der augusteischen Zeit
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Postgasse 7/4
Tel. +43-1-515 81/DW 3402-3406, +43-1-512 9050, Fax +43-1-515 81/DW 3400 http://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at |
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Online Edition
Table of Contents ![]() |
Itali Modi Akzentrhythmen in der lateinischen Dichtung der augusteischen Zeit
![]() ISBN 978-3-7001-3956-0 Print Edition ISBN 978-3-7001-6633-7 Online Edition Wiener Studien, Beiheft 32
2008, 292 Seiten, 1 Audio-CD, 22,5x15cm, broschiert € 56,50 Karin Zeleny studierte Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein an der Universität Wien Die hier erstmals vorgestellte These der Akzentrhythmen, laut der die normalen Wortakzente für die innere, rhythmische Struktur lateinischer Dichtung verantwortlich sind, öffnet einen völlig neuen Weg in der Metrik-Forschung, indem sie Verse vom musikologischen Standpunkt betrachtet. Antike Quellen überliefern, dass der Wortakzent, der laut heute praktisch allgemein anerkannten linguistischen Erkenntnissen dynamischer Natur war, in der lateinischen Sprache grundlegende Bedeutung hatte und dass lateinische Dichtung nicht so sehr für Leser als vielmehr für Hörer verfasst wurde. Bei der Analyse von Versen sind daher akustisch wahrnehmbare Faktoren von besonderem Interesse. Ein schlagendes Argument liefert die erhaltene Dichtung selbst. Regulierungen von Versklauseln und Caesuren wurden in der Forschung bereits vielfach beschrieben. Sie alle betreffen Wortgrenzen im Vers. Aber was war der Zweck dieser Regulierungen? Wenn sie nicht auf das Auge, sondern auf das Ohr wirken sollten, dann liegt die Annahme nahe, dass sie auf die regelmäßige Anordnung der hörbaren Wortakzente abzielten, die ja aufgrund der Paenultimaregel von den Wortenden abhängig sind.
Die entstehenden Rhythmen sind allerdings für moderne abendländische Ohren ungewohnt, da sie nicht dem landläufigen Zweier- oder Dreiertakt-Schema entsprechen. Wenn man die langen und kurzen Silben im Verhältnis 2:1 liest und die Wortakzente im Vers als „Taktschlag“ verwendet, ergeben sich additive Rhythmen (vergleichbar mit verwandten musikalischen Formen wie dem mitteleuropäischen Zwiefachen, den indischen Talas, westafrikanischen Timelines etc.), die gemäß den verschiedenen Wortgrenzen und -akzenten variabel sind (so hat etwa der durch Klausel und Caesuren regulierte Hexameter mit seinen 24 Zeiteinheiten nur drei rhythmische Grundformen). Diese Variabilität steht im Einklang mit dem antiken Rhythmusbegriff: Laut Quintilian 9,4,55 ist der Sprachrhythmus in Prosa und Vers (!) nie gleichförmig fortlaufend, weswegen jeglicher „Iktus“ (die prinzipielle Betonung der ersten Silben der Versfüße, wobei die Wortakzente ignoriert werden; in der Schule dient er zur Unterscheidung von langen und kurzen Silben) beim normalen Verselesen abzulehnen ist. Das quantitierende Versfußsystem ist nur ein Raster, in den die Worte eingefügt werden, der aber selbst beim Vortrag nicht hörbar wird. Man kann es mit einem geknüpften Teppich vergleichen: Das Muster entsteht auf der Vorderseite, und die zugrundeliegende Struktur lässt sich auf der Rückseite noch erkennen. Wer „Ikten“ liest, würde gleichsam den Teppich verkehrt auflegen. Eines der faszinierenden Ergebnisse dieser Studie ist, dass die Akzentrhythmen mit Inhalt und Form des Textes in Verbindung stehen; so signalisiert etwa Ovid Satzschlüsse innerhalb des Hexameters durch bestimmte Rhythmen, die damit die Funktion der modernen Satzzeichen erhalten. |
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Rezension(en):
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