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Die geometrische Keramik von Kap Kolonna
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Postgasse 7/4
Tel. +43-1-515 81/DW 3402-3406, +43-1-512 9050, Fax +43-1-515 81/DW 3400 http://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at |
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Online Edition
Table of Contents ![]() |
Die geometrische Keramik von Kap Kolonna ![]() ISBN 978-3-7001-6548-4 Print Edition ISBN 978-3-7001-6930-7 Online Edition Denkschriften der Gesamtakademie LVIII
Contributions to the Chronology of the Eastern Mediterranean XXIV 2009, 319 Seiten, mit Index, 30x23cm, broschiert € 96,– Veronika JAROSCH-REINHOLDT ist wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Institut für Klassische Archäologie der Universität Salzburg
Die vorgelegte protogeometrische und geometrische Keramik stammt zum überwiegenden Teil von Ägina-Kolonna, einem im Nordwesten der Insel ins Meer hinausragenden Felskap, wo bereits vom Neolithikum an eine Siedlung bestanden hatte. Die sehr große Menge an protogeometrischer Keramik macht deutlich, dass die in spätmykenischer Zeit verlassene Akropolis auf Kap Kolonna im 10. Jh. v. Chr. wiederbesiedelt wurde. Von Anfang an bestanden engste Beziehungen der Bewohner Äginas zu Athen, unabhängig von ihrer überlieferten dorischen Abstammung, wurde doch feines, bemaltes Tongeschirr fast ausschließlich von dort importiert. Dabei handelt es sich vor allem um Formen, die beim Gastmahl und Trinkgelage verwendet wurden, wie Trink-, Mischgefäße und Kannen sowie Amphoren zur Anlieferung und Lagerung des Weins. Über zwei Jahrhunderte hat man bei solchen gemeinschaftlichen Trinkritualen, die unter der Patronanz lokaler basileis bzw. einer Phratrie stattfanden und die als Frühform des Apollon-Kultes an dieser Stelle zu deuten sind, attische Gefäße benützt. Erst um die Mitte des 8. Jhts. v. Chr. wurde dieses Monopol Athens vor allem durch Produkte der zunehmend an Bedeutung gewinnenden korinthischen Keramikindustrie, danach auch durch argivische und kykladische Tonwaren gebrochen, sodass bereits für das spätere 8. Jh. v. Chr. ein erweitertes Netz an Handelsbeziehungen und sozialen Kontakten der Ägineten zum ägäischen Raum vorauszusetzen ist. Darüber hinaus lässt sich an der Keramik dieses Zeitraumes eine vorher nicht dagewesene Differenzierung der Gesellschaft erkennen, die Teilnahme unterschiedlicher sozialer Gruppen am Kult, zu denen weniger privilegierte Personen sowie eine durch verfeinerte Tischsitten erstmals fassbare Adelsschicht zählen.
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