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Studien zur Pfahlbauforschung in Österreich. Materialien II – Die Pfahlbaustation des Keutschacher Sees
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel. +43-1-515 81/DW 3402-3406, +43-1-512 9050, Fax +43-1-515 81/DW 3400 http://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at |
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Online Edition
Table of Contents ![]() |
Studien zur Pfahlbauforschung in Österreich. Materialien II – Die Pfahlbaustation des Keutschacher Sees ![]() ISBN 978-3-7001-3210-3 Print Edition ISBN 978-3-7001-3526-5 Online Edition 2003 282 Seiten, 60 Farb- und SW-Abb., 29,7x21cm, broschiert, Mitteilungen der Prähistorischen Kommission 51 € 69,00
Bertram Samonig ist Mitarbeiter der Stadtarchäologie Wien und Grabungsleiter der Forschungsgrabung „Erforschung einer römischen Siedlung in Wien 10, Unterlaa“ S. 98 - 104 ![]() Published Online: 2005/07/06 07:34:29 Object Identifier: 0xc1aa500d 0x0009fb64 Im Keutschacher See in Kärnten ist 1864 die erste Feuchtbodensiedlung Österreichs entdeckt worden. Die bisher älteste Pfahlbaustation befindet sich auf einer Untiefe mitten im See. Zahlreiche Keramikreste, Kupfergusslöffel, Steinartefakte, Tierknochen sowie Geweihartefakte wurden seither geborgen. Die gesamte Keramik ist einheimisch und kann der jungneolithischen Kanzianiberg-Lasinja-Gruppe des Epilengyel-Komplexes zugeordnet werden. Ein Teil der Keramik kann in ein älteres Typeninventar mit Formstich- und linearer Verzierung sowie in ein jüngeres mit kurvolinearer Verzierung und Kreuzschraffur gegliedert werden, wobei verbindende Verzierungs- und Formelemente vorhanden sind. Damit liegt eine kontinuierliche Entwicklung der Seesiedlung vor. Das Keramikinventar zeigt östliche und südöstliche Einflüsse aus dem Epilengyel-Horizont sowie der Lasinja-Kultur. Aus dem Bereich der Pfahlbausiedlung geborgene Gusslöffel und Kupferschlackenreste sind die bisher ältesten Nachweise für Kupferverarbeitung im Kärntner Raum. Gebrannte Hüttenlehmstücke belegen einen Brand der Siedlung. Inwieweit das Ende der Siedlung damit in Zusammenhang zu bringen ist, kann derzeit nicht beurteilt werden. Die Pfähle der Pfahlbausiedlung wurden eingemessen und Holzproben für dendrochronologische Untersuchungen gewonnen. Bei zwei Pfählen mit Waldkante konnte das exakte Schlagdatum ermittelt werden: 3947 bzw. 3871 v. Chr. Die C14-Analysen einer Serie von Pfählen und liegenden Stämmen ergaben Daten, die auf eine Zeitspanne zwischen 4100 bis 3700 v. Chr. hinweisen. Damit kann die exakte Einordung der Pfahlbausiedlung in die Kanzianiberg-Lasinja-Gruppe des Jungneolithikums vorgenommen werden. … In 1864 the first palafitte in Austria was discovered in the Keutschacher See in Carinthia. The oldest palafitte to date is situated on top of an underwater hill in the middle of the lake. Considerable finds of pottery, coppercast spoons, stoneartefacts, animalbones as well as antlers have been made. The pottery was all made locally and belongs to the Kanzianiberg-Lasinja group of the Epilengyel complex. The pottery can be divided into an older collection that shows engraved and linear decoration, and a younger collection with curved lines and cross-hatched decoration. There are also intermediate decorations and formal elements between these two types. Thus we have a continuous evolution in the palafitte. The pottery shows influences from the east and the southeast, the Epilengyel complex and the Lasinja-culture. Coppercast spoons and copper dross found in the area of the palafitte are the oldest known proof of copper processing in Carinthia. Burned clay testifies to a fire in the palafitte. We do not know if this was the end of the palafitte.
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