• Österreichische Akademie der Wissenschaften - Stephan Moebius (Hrsg.)

Geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Anzeiger

160. Jahrgang 2025
Das Naturverständnis und -verhältnis in der Geschichte der Soziologie

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Stephan Moebius
ist Universitätsprofessor für Soziologische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Graz

In welchem Verhältnis stehen die Bedingungen der Möglichkeit von Gesellschaft, soziales Handeln, soziale Ordnungsleistung und sozialer Wandel zu Naturprozessen? Seit ihrer Entstehung ringt die Soziologie mit der Frage, was „Natur“ und was „Gesellschaft“ ausmacht und ob beide Sphären als getrennt oder untrennbar zu denken sind. Die Diskussionen halten bis heute an. Verkompliziert wird jede Verhältnisbestimmung dadurch, dass nicht von vornherein ausgemacht ist, was überhaupt „Gesellschaft“ und was eigentlich „Natur“ sei. Gleichwohl war der Naturbezug für die Herausbildung und das Selbstverständnis der Soziologie prägend. Bereits Auguste Comte arbeitete mit den aus der Biologie stammenden Begriffen „Milieu“, „Organismus“ und „Leben“, um gesellschaftliche Prozesse zu beschreiben. Die Organismus-Metapher erwies sich dabei als ein nicht nur für die Soziologie, sondern auch für benachbarte Sozialwissenschaften wirkmächtiges Bild, mit dem Gesellschaft analog zu Naturprozessen begriffen und beschrieben wurde. Ähnlich verhielt es sich mit dem Konzept der „Evolution“, das durch die Rezeption Darwins prominent wurde, während vitalistische Ansätze die Lebenskraft im Sozialen betonten. Zugleich ist jeder Bezug zu „Natur“ immer schon sozio-kulturell vermittelt. Damit ergibt sich bis heute die Grundsatzfrage, ob die Soziologie eher den Kulturwissenschaften zuzurechnen oder an den Naturwissenschaften zu orientieren sei.

Das von Stephan Moebius herausgegebene Schwerpunktheft beleuchtet den historischen Wandel des Naturverständnisses und -verhältnisses in der Soziologie – von naturalistischen, materialistischen, vitalistischen, pragmatistischen, kultur-, wissens- und geosoziologischen Konzepten bis hin zu Ansätzen, die den Natur-Kultur-Dualismus zu überwinden suchen. Die ökologische Krise verleiht diesen Perspektiven neue Dringlichkeit, wenn sowohl die Handlungsmacht der Natur als auch der Raubbau an ihr in den Fokus rücken.

Mit Beiträgen von Stephan Moebius, Martin Hauff, Markus Schroer, Alexander Wierzock, Heike Delitz, Alexander Bogner und Paul Buntfuß.

Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel. +43-1-515 81/DW 3420, Fax +43-1-515 81/DW 3400
https://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at

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Geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Anzeiger
ISSN 2413-5275
Print Edition
ISSN 2413-5569
Online Edition
ISBN 978-3-7001-5070-1
Print Edition
ISBN 978-3-7001-5071-8
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160. Jahrgang 2025
Das Naturverständnis und -verhältnis in der Geschichte der Soziologie

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Das von Stephan Moebius herausgegebene Schwerpunktheft beleuchtet den historischen Wandel des Naturverständnisses und -verhältnisses in der Soziologie – von naturalistischen, materialistischen, vitalistischen, pragmatistischen, kultur-, wissens- und geosoziologischen Konzepten bis hin zu Ansätzen, die den Natur-Kultur-Dualismus zu überwinden suchen. Die ökologische Krise verleiht diesen Perspektiven neue Dringlichkeit, wenn sowohl die Handlungsmacht der Natur als auch der Raubbau an ihr in den Fokus rücken.

Mit Beiträgen von Stephan Moebius, Martin Hauff, Markus Schroer, Alexander Wierzock, Heike Delitz, Alexander Bogner und Paul Buntfuß.

Authors

Stephan  Moebius

ist Universitätsprofessor für Soziologische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Graz

Details

Release date:

2025

ISBN Print Edition

978-3-7001-5070-1

ISBN Online Edition

978-3-7001-5071-8

ISSN Print Edition

2413-5275

ISSN Online Edition

2413-5569

DOI

doi: 10.1553/anzeiger160-1

Pages:

184 Seiten, zahlr. Farbabbildungen, englisch, deutsch, 24x17 cm