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Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege
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Die „Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege“, ÖZKD, geht auf die „Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale“, Band I erschienen 1856, zurück und wird in der heutigen Form seit 1952 publiziert. Der Schwerpunkt liegt auf den Themen Bauforschung, denkmaltheoretischen Beiträgen und architekturhistorischen Forschungen in Österreich und Europa. Einzelne Ausgaben erläutern die Restaurierung von Denkmalen im restauratorischen Kontext oder berichten über die Ergebnisse von Tagungen und Fachgesprächen. Die ÖZKD gibt damit den aktuellen Diskussions- und Forschungsstand in den Bereichen Denkmalschutz und Denkmalpflege wieder.
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
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ÖZKD LXXVIII 2024 Heft 3, pp. 41-54, 2025/01/29
Und sie stehen noch
Zum Umgang mit mittelalterlicher Bauplastik
Im chronologischen Rundgang der neuen Dauerausstellung des Wien Museums spielen die Fürstenfiguren eine zentrale Rolle. Als Repräsentanten des mittelalterlichen Wiens zur Zeit Rudolfs des Stifters
werden sie im Kapitel „Wien im Mittelalter“ gemeinsam
mit weiteren Objekten mit Bezug zum Stephansdom
präsentiert. Durch die Restaurierung und Neupräsentation erfuhren die Fürstenfiguren eine neue Qualität der Wertschätzung. Die im Vorfeld und während der Restaurierung erfolgten Untersuchungen und Analysen führten zu neuen Erkenntnissen über die Herstellungs-,
Standort-, Schadens- und Restaurierungsgeschichte der mittelalterlichen Skulpturen. Es konnte kein naturwissenschaftlicher Nachweis eines ursprünglichen Fassungsaufbaus erbracht werden. Dies liegt zum einen
an Witterungsschäden, des Weiteren ist dies in der
aggressiven Oberflächenbehandlung mit schädigenden Chemikalien und Werkzeugen in der Vergangenheit begründet. Grundsätzlich wird anhand der kunsttechnologisch untersuchten Oberflächenbearbeitung
nach wie vor von einer Fassung zur Entstehungszeit ausgegangen, auch wenn diese die Zeit bis heute nicht überdauert hat. Eine wesentliche neue Erkenntnis stellen die zu einem früheren Zeitpunkt bildhauerisch
nachbearbeiteten Gesichter von vier Fürstenfiguren dar. Schäden, die bestimmten Transporten eindeutig zugeordnet werden können, wurden trotz eingehender Untersuchungen nicht nachgewiesen.
Die im Laufe der Restaurierungsgeschichte mit zahlreichen Mitteln behandelten Oberflächenbehandlungen zeugen von vergangenen Erhaltungsstrategien, die aus heutiger Sicht nicht mehr geeignet sind. Die jüngste Restaurierungsmaßnahme zielte vielmehr auf eine Abnahme der gealterten Restaurierungsmaterialien ab, um größere Schäden in Zukunft zu vermeiden und das Erscheinungsbild weniger zu beeinträchtigen. Dieses Ziel wurde erreicht, denn in der neuen Dauerausstellung des Wien Museums kommen die Figuren in ihrer
Form und Oberfläche wieder besonders kraftvoll und ästhetisch zur Geltung.