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Archaeologia Austriaca 109/2025Zeitschrift zur Archäologie Europas
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„Archaeologia Austriaca“ ist eine internationale, begutachtete archäologische Zeitschrift, die einmal jährlich im Druck und online (open access) erscheint. Sie wurde 1948 als Zeitschrift zur Paläanthropologie und Ur- und Frühgeschichte Österreichs als Nachfolgerin der „Wiener Prähistorischen Zeitschrift“ gegründet und deckt alle Zeitperioden vom Paläolithikum bis in die Neuzeit ab, die im Rahmen von archäologischen, anthropologischen und interdisziplinären Untersuchungen behandelt werden. Im Zuge der Neuausrichtung der Zeitschrift im Jahr 2013 wurde der ursprüngliche geographische und kulturelle Schwerpunkt wieder aufgegriffen und über Österreich hinausgehend ausgedehnt. Es werden Artikel, Forschungsberichte, Themenspecials sowie Buchrezensionen zur Archäologie Österreichs, Europas und verwandter Regionen veröffentlicht. |
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Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
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Archaeologia Austriaca 109/2025, pp. 319-388, 2025/12/02
Zeitschrift zur Archäologie Europas
Journal on the Archaeology of Europe
In der vorliegenden Arbeit werden die Fächer Archäologie, Alte Geschichte und Ur- und Frühgeschichte an den österreichischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck während der NS-Zeit sowie in den Jahren davor und danach untersucht. Es handelt sich um eine erste Zusammenschau der drei Universitäten und der damit verbundenen facheinschlägigen Netzwerke und Institutionen. Nach einem forschungsgeschichtlichen Überblick über die bisherige Auseinandersetzung dieser Fächer mit ihrer Geschichte werden die politischen Rahmenbedingungen dargestellt, unter welchen Forschung und Lehre an den Universitäten im Austrofaschismus, in der NS-Zeit und in den ersten Jahren der Zweiten Republik stattfand. Biografische Skizzen zu den Vertretern (und wenigen Vertreterinnen) dieser Fächer mit ihren Spezialgebieten zeigen die Schwerpunktsetzung an den Universitäten sowie das unterschiedliche Ausmaß der Involvierung der Lehrenden in den Nationalsozialismus. Forschung und Lehre waren in unterschiedlichem Ausmaß an die NS-Forderung „Wissenschaft im nationalen Sinn“ zu betreiben, angepasst. Widerstand gab es so gut wie keinen, die Professorenschaft war zu einem großen Teil bereits in der Zwischenkriegszeit deutschnational eingestellt. Thematisiert wird auch die Vertreibung von Wissenschaftler*innen von den Universitäten aus rassistischen oder politischen Gründen 1938 sowie die gescheiterte Entnazifizierung 1945. Völkische Denkmuster setzten sich auch in Archäologie und Altertumswissenschaften bis in die Zweite Republik fort.
Keywords: University history of the 20th century, archaeology, ancient history, prehistory and early history, anti-Semitism, National Socialism