![]() |
SprachkunstBeiträge zur Literaturwissenschaft
|
![]() |
Mit "Sprachkunst" ist der zentrale Gegenstand benannt, um den es in den literaturwissenschaftlichen Beiträgen der Zeitschrift geht. Eine Tradition der Philologie hat sich auf verschiedene Formen künstlerischer Sprachverwendung und auf poetologische Themen konzentriert. Das heutige Selbstverständnis der Zeitschrift geht davon aus, dass sich diese Tradition auf produktive Weise mit aktuellen Paradigmen moderner Literaturwissenschaft verbinden lässt, um textorientiert den kritischen Eigensinn von Literaturen zu analysieren. Die seit 1970 halbjährlich erscheinende Zeitschrift der Österreichischen Akademie der Wissenschaften setzt sich vor allem mit deutschsprachigen und europäischen Literaturen auseinander, Beiträge können auf Deutsch, Englisch und Französisch publiziert werden. Neben den literaturwissenschaftlichen Aufsätzen erscheinen Rezensionen von Fachliteratur, Forschungs- und Tagungsberichte sowie Verzeichnisse literaturwissenschaftlicher Dissertationen und Habilitationen an österreichischen Universitäten. |
![]() |
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel. +43-1-515 81/DW 3420, Fax +43-1-515 81/DW 3400 https://verlag.oeaw.ac.at, e-mail: verlag@oeaw.ac.at |
|
||||||||||||||||||||
|
DATUM, UNTERSCHRIFT / DATE, SIGNATURE
BANK AUSTRIA CREDITANSTALT, WIEN (IBAN AT04 1100 0006 2280 0100, BIC BKAUATWW), DEUTSCHE BANK MÜNCHEN (IBAN DE16 7007 0024 0238 8270 00, BIC DEUTDEDBMUC)
|

Sprachkunst Jahrgang LVI/2025, 2. Halbband, pp. 199-216, 2026/06/05
Beiträge zur Literaturwissenschaft
Jahrgang LVI/2025, 2. Halbband
Der Beitrag fragt nach dem Textcharakter sprachlicher Gebilde. Dabei erkundet er auf der Basis des internen Kriteriums syntakto-semantischer Kohäsion als einer „Textualität von unten/innen“ (ihrer kohäsiven Textur) wie des externen Kriteriums pragmatischer Kohärenz als einem Charakteristikum einer „Textualität von oben/außen“ (ihrer Wirkung als kohärenter kommunikativer Akt) die Bedingungen und potentiellen Eigenschaften von Textualität, welche jedoch beide weder hinreichende noch notwendige Merkmale darstellen: ein Text mag nicht wie ein Text aussehen (über keine Kohäsion verfügen), doch wie ein Text funktionieren (kohärent sein), er kann aber auch wie ein Text aussehen (so als wäre er kohäsiv), und doch nicht wie ein Text funktionieren (keine Kohärenz ausprägen). Vor diesem Hintergrund scheint ein ästhetisch ausgerichteter Ansatz geeignet, sowohl die „obere/äußere“ als auch die „untere/innere“ Grenze von Textualität in den Blick zu nehmen und befragend zu erproben. Anhand zweier weithin bekannter und einem (nicht ganz unsignifikant) weit weniger bekannten Beispiel aus der Literatur des 20. Jahrhunderts, dem österreichischen (Nonsens-)Lyriker Ernst Jandl, dem gefeierten tschechischstämmigen englischen Dramatiker Tom Stoppard sowie der weithin unbekannten dichterischen Vertreterin einer „unbesänftigbaren Kunst“, der Britin Anna Mendelssohn, spürt der Aufsatz den Grenzen einer Textualität nach, welche in ihrer verblüffenden wie gleichermaßen irritierenden internen Struktur auf der einen Seite zuweilen einen externen semiotischen Exzess (im Sinne einer demonstrativ zur Schau gestellten verbalen Komplexität) in Aussicht zu stellen vermag wie auch auf der anderen Seite all ihr semiotisches Potential auf Null zurückbringen kann (im Sinne eines bloßen „Wortsalats“).